Weiße Rose - Lied zum 30. jährigen Bestehen der GSG Moers

Text und Musik: Rainer Schulz (c) 2014
1.   
Hans unser Sohn kam auf die Welt,
die hatte sich gerade auf den Kopf gestellt
vier lange Jahre grausamer Krieg
Deutschland bekam die erste Republik
Sophie unsre Tochter wurde geboren
da war der Krieg schon lange verloren
Deutschland war alles andere als frei
und fluchte auf den Vertrag von Versailles
Arbeitslosigkeit, galoppierende Inflation
erschütterten später die ganze Nation

Was haben wir für unsere Kinder getan
in diesen für alle schwierigen Jahrn

Die Tränen der Eltern sind nicht umsonst geweint
weil das Licht der weißen Rose auch heute noch scheint


2.   
Unsere Kinder wurden liberal erzogen
und wie alle andern von den Nazis belogen
Hans und Sophie haben beide studiert
und sich in der weißen Rose engagiert
Professor Huber, Christoph, Willi, Alexander
waren dabei und vertrauten einander
Sie haben das Wort „Freiheit“ auf Mauern geschrieben
und sind dabei unentdeckt geblieben
sechs Flugblätter haben sie zusammen verfasst
und sie verteilt voller Angst in großer Hast

Was haben unsre Kinder Schlimmes getan
Gegen Hitlers Krieg und seinen Rassenwahn

Die Tränen der Eltern sind nicht umsonst geweint
weil das Licht der weißen Rose auch heute noch scheint  


3.   
Hans und Sophie haben das sechste Blatt verteilt,
da hat sie gnadenlos ihr Schicksal ereilt.
Der Hörsaaldiener  Schmid hat sie entdeckt
von Gestapo wurden sie in Kerker gesteckt.
Man hat sie stundenlang einzeln verhört
sie haben sich verzweifelt gewehrt
und keine anderen Namen preisgegeben
ihren Mut bezahlt mit ihrem Leben
Richter Freisler fällte das Urteil
Sophie und Hans starben durch das Beil  

Was haben sie unseren Kindern angetan
die bei ihrem Tod noch fast Kinder warn

Die Tränen der Eltern sind nicht umsonst geweint
weil das Licht der weißen Rose auch heute noch scheint


4.  
Ihre Namen sind bis heute bekannt
Schulen werden nach ihnen benannt
Da lernen Kinder aus der ganzen Welt
was den meisten Menschen gefällt
doch der Ungeist von einst er kehrt zurück
macht sich breit, schafft sich Raum Stück für Stück
wo der braune Atem einmal faulig faucht
wird jede Hand zum Widerstand gebraucht
Handelt jetzt, denn es ist an der Zeit
zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit

Haben wir alles für die Kinder getan
gegen neue Wege für alte Gefahrn
           
Die Tränen der Eltern sind nicht umsonst geweint
weil das Licht der weißen Rose auch heute noch scheint

So lange das Licht der weißen Rose scheint,
sind die Tränen der Eltern nicht umsonst geweint.


Das Lied wurde im Rahmen der 30-Jahr-Feier der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Moers am19. September 2014 von der Gruppe "Omas Brot" uraufgeführt. Eine musikalische Fassung - auch hier für die Homepage - ist in Vorbereitung!

Publiziert am: Dienstag, 23. September 2014 (2586 mal gelesen)
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