Norderney-Tagebuch 2006

Sonntag, 27. August 2006

Liebes Tagebuch,

irgendwie war es schon ein komisches Gefühl an einem Sonntagmorgen um kurz nach 07.00 Uhr so viele Mitschülerinnen und Mitschüler, deren Eltern und auch noch Unmengen an Lehrern auf dem Parkplatz vor dem Solimare zu sehen. Aber es hatte ja seinen guten Grund - unsere Klassenfahrt nach Norderney stand an :-)

Es war ein hektisches Treiben und lautes Geschnatter, bis dass nun wirklich alle ihre Gruppe gefunden, die noch notwendigen Dokumente an den Klassenlehrer übergeben und die neuesten Informationen (von Freitag Mittag an) an die besten Freunde / Freundinnen weitergegeben hatten.

Endlich kamen dann auch die Busse - zwei "kleine" für jeweils ca. 50 Personen und ein Doppeldecker für die restlichen Mitfahrer - komisch nur, dass alle automatisch zum Doppeldecker liefen, nur um dann wieder leicht murrend zu ihrem kleinen Bus zurückzulaufen. Wir hatten mit der 6c den Bus 2 mit einem netten geduldigen Busfahrer, der die ganze Fahrt über sehr ruhig blieb und auf unseren Wunsch dann auch gerne die Musik immer mal wieder lauter stellte .. danke noch einmal :-)

Alle Gepäckstücke wurden verstaut, die letzten Abschiedsgrüße ausgetauscht und dann setzten sich die Busse endlich gegen 07.45 Uhr in Bewegung. Norderney - wir kommen!

Die Fahrt selber verlief recht ruhig, wir hatten genug Gesprächsstoff, Spiele und Naschereien, so dass die Zeit bis Norddeich mit einer kleinen Toilettenpause eigentlich wie im Fluge verging. War das Wetter während der Busfahrt noch recht angenehm, trocken und schön - bekamen wir einen kleinen Vorgeschamck auf das, was uns in den kommenden Tagen wohl leider erwarten wird :-(

Pünktlich mit unserer Ankunft verdunkelte sich der Himmel und es schüttete in Strömen. Von unserem Sammelplatz auf der schönen großen Wiese machten wir uns im Schweinsgalopp auf in die Wartehalle der Fähre - immerhin hatten wir es noch geschafft, alle unsere Koffer trocken in die bereitstehenden Wagen des Landschulheims umzupacken. Der eigentlich kurze Weg von der Wiese bis zur Wartehalle (ca. 250 Meter) reichte aus, unsere Klamotten waren gut durchnässt .. brrr - ein ungutes Gefühl.

Auf der Fähre haben wir dann wenigstens alle einen Sitzplatz bekommen und es war so schön warm, dass unsere Sachen auch schnell wieder trockneten. Nachdem wir uns eingermaßen wieder aufgewärmt, neuen "Erkundungsmut" angefuttert hatten und die Kartenspiele auch ihren ersten Reiz verloren hatten - machten wir uns auf den Weg, die Fähre auch auf den Außendecks zu erkunden ... mensch liebes Tagebuch .. das war eine ganz schön wackelige Angelegeheit .. auch wenn es nun nicht mehr regnete .. die Wellen schaukelten die Fähre ganz schön durch - so manches Mal hatten wir arge Probleme uns auf den Beinen zu halten.

Leider war die Nordsee auch so stark aufgewühlt, dass wir keine Seehunde sehen konnten. Aber immerhin verirrte sich eine (Lach-)Möwe auf unsere Fähre und begleitete uns fast den ganzen Weg bis nach Norderney. Als wir dann endlich nach einer knappen dreiviertelstunde Fahrt im Hafen anlegten wartete der nächste "Schock" auf uns - bisher hatten wir das für einen Gag gehalten, dass wir noch eine weite Strecke bis zum Heim laufen mussten .. nun wussten wir, dass es die bittere Wahreheit war :-)

Also machten wir uns leicht murrend und immer wieder mit der obligatorischen Frage "Wann sind wir denn endlich da?" auf den Lippen auf den Weg zum Jugendheim Detmold - immerhin hatten wir nun den Wettergott auf unserer Seite und es blieb auf dem Weg weitgehend trocken.
Endlich war es soweit - wir waren da!!! Dann hieß es - Gepäck ausladen, zum Haus fahren, das richtige Zimmer beziehen und Koffer auspacken. Der schwierigste Teil der "Einzugsarbeiten" stand uns aber noch bevor ... die Betten mussten wir alle selber beziehen ... das war manchmal ganz schön problematisch liebes Tagebuch .. aber nach einiger Zeit waren alle Zimmer wirklich komplett eingerichtet und man konnte es einigermaßen "wohnlich" nennen. Die Zeit verging wie im Fluge und ehe wir uns versahen saßen wir auch schon beim Abendessen - Gulasch mit Spätzlen und Blumenkohl .. und zum Nachtisch gab es ein leckeres Eis.


Am Abend war es dann soweit - das Meer und wir trafen zum ersten Mal aufeinander :-)
Wir wanderten aufgeregt den Weg durch die Dünen entlang; das Meer riechen konnten wir ja schon länger - aber nun sahen wir es auch endlich. "Das Wasser lief auf" - im Erdkunde-Unterricht hatten wir gelernt, dass das Flut heißt und die auslaufenden Wellen kamen immer wieder ein Stück mehr den Strand hinauf. Es hieß also - Schuhe aus und rein in die Fluten .. irgendwie nahmen das aber einige Kids zu wörtlich und "verschwanden" im Wasser .. nur um an leicht anderer Stelle dann wieder aufzutauchen ... auch ein Grund dafür, dass wir dann recht schnell und zügig wieder ins warme Haus zurückgingen und die heiße Dusche genossen. Allerdings hatten wir auch an diesem Abend schon das erste "Opfer" zu beklagen - Fabiennes Brille fiel ihr beim Ausweichen vor einer Welle vom Kopf und konnte von uns leider trotz intensiver Suche in den Fluten nicht mehr wiedergefunden werden. Aber ein Anruf bei den Eltern führte dazu, dass die Ersatzbrille sich per Expresspost auf den Weg von Duisburg nach Norderney macht.

Am Abend lagen wir dann in unseren Betten - schon ein wenig geschafft, aber immer noch fit genug, um die eine oder andere "Gruselgeschichte" mit unseren Zimmergenossinnen und -genossen auszutauschen.

Hach .. nun bin ich müde, liebes Tagebuch - schlaf gut .. bis morgen

Deine Klasse 6c

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