Name der Schule

Die Geschwister Hans und Sophie Scholl

Die Namen der Geschwister Hans und Sophie Scholl stehen für das "andere Deutschland" zur Zeit der Nationalsozialisten. Als Studenten gehörten sie der Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" an. Besonders durch ihre Flugblattaktionen wollten sie über die wahren Verhältnisse unter den Nazis aufklären und den passiven Widerstand der Bevölkerung mobilisieren. Die ersten vier Flugblätter erschienen in den Monaten Mai, Juni und Juli 1942.

Sophie Scholl Hans Scholl
Die Geschwister Scholl
Die Verteilung der Blätter war äußerst gefährlich; Sophie Scholl transportierte die Flugschriften im Rucksack nach Stuttgart, Augsburg oder Ulm, wobei sie im Zug immer mit Gestapo-Kontrollen rechnen musste. Wenige Tage nach der vernichtenden Niederlage von Stalingrad am 3. Februar 1943 erschien das letzte Flugblatt der "weißen Rose". Bei der Verteilung dieser Flugschrift an der Münchener Universität wurden Hans und Sophie Scholl erwischt, sofort verhaftet und im Eilverfahren angeklagt. Schon zwei Tage nach der Verhaftung, am 22. Februar 1943, wurden sie, zusammen mit Christoph Probst, wegen "Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung" vom Volksgerichtshof München zum Tode durch das Beil verurteilt. Wenige Stunden nach der Urteilsverkündigung wurden Hans und Sophie Scholl hingerichtet.

Im 5. Flugblatt heißt es: "Beweist durch die Tat, daß ihr anders denkt! ... Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit,Êden ihr um euer Herz gelegt. Entscheidet euch, ehe es zu spät ist!".

Der Name unserer Schule sollte in diesem Sinne Aufgabe und Verpflichtung sein: Erziehung zur Wachheit gegenüber Ungerechtigkeiten im Großen und im Kleinen; Erziehung zu demokratischem Denken und Handeln; Wecken und Fördern der Sensibilität für die Würde jedes einzelnen Menschen; Erziehung zur Toleranz gegenüber allen Mitmenschen, besonders auch gegenüber Menschen, die aus einem anderen Kulturkreis kommen.

In den Briefen und Aufzeichnungen der Geschwister Scholl findet sich mehrfach ein Zitat des französischen Philosophen Jacques Maritain: "Il faut avoir un esprit dur et le coeur tendre" (Wir brauchen einen klaren Verstand und ein weites, großzügiges Herz).

Ein ausgewogenes Verhältnis von Verstand und Herz ist auch eine erstrebenswerte Haltung für das Zusammenleben an unserer Schule. Wenn Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer in diesem Sinne zusammenarbeiten und gemeinsame Ziele verfolgen, kann etwas von dem deutlich werden, was nach Aussage unseres ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss "Die weiße Rose" gewesen ist: "Die weiße Rose" ist Symbol einer Aktion von Menschen, die die Reinheit der Gesinnung und den Mut zur Wahrheit gegen die Phrase und die Lüge setzten".

Publiziert am: Dienstag, 11. Mai 2004 (25547 mal gelesen)
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